Was bedeutet Laminated Object Modeling im Zusammenhang mit 3D Druck?

Gerade weil Nutzer beim Stichwort 3D Druck für gewöhnlich ausschließlich an die bekannteren additiven Verfahren, wie FDM-Druck, Selektives Lasersintern (SLS-Druck) oder Stereolithografie, denken, möchten wir Ihren Fokus auch auf die weniger geläufigen 3D Druckverfahren lenken. In diesem Zusammenhang wollen wir uns heute einmal mit dem Laminated Object Modeling, kurz LOM befassen.

Wie funktioniert LOM?

Beim LOM-Verfahren wird das geschichtete Material auf die Bauplattform gewalzt. Dabei bedeckt man das Material für gewöhnlich mit einer Klebeschicht und erwärmt die Einlaufwalze, um den Klebstoff zu schmelzen. Die so entstandene Schicht wird dabei mit der vorherigen verklebt. Ein Laserstrahl oder eine Klinge schneidet die Laminierung in die gewünschte Form. Im nächsten Schritt wird der so entstandene Folienausschnitt präzise auf dem entsprechenden Teil des 3D Modells fixiert, worauf die komplette Plattform mit dem 3D Modell nach unten bewegt wird. Dieser Laminierungsvorgang wird so lange wiederholt, bis das gewünschte Modell aufgebaut ist. Am Ende findet sich auf der Bauplattform ein Block, der sich aus Endobjekten und Parallelflächen zusammensetzt, wobei letztere entfernt werden müssen.

Die Bauzeit im LOM-Verfahren liegt bei 2-4 mm pro Stunde, in Abhängigkeit von der Komplexität der jeweiligen Geometrie.

Materialien

Da fast jedes Material verklebt werden kann, lässt sich die LOM-Technologie für vielfältige Werkstoffe einsetzen. In der Regel verwendet man Papier, da es besonders einfach geschnitten werden kann. Auch Kunststoff lässt sich im LOM-Verfahren verarbeiten, wobei hier allerdings die Verwendung einer Klinge oder eines Lasers in der Schnittphase notwendig wird. In seltenen Fällen nutzen LOM-Anwender auch eine Metallfolie, wobei sich das Schneiden als deutlich komplizierter gestaltet.

Eigenschaften

Im Falle von Papier beträgt die minimale Wandstärke 2 mm, die Schichtdicke 80 bis 150 µm. Die Toleranzen im LOM-Druck mit Papier entsprechen der DIN 2768 mittel.

Anwendungsgebiete

Die wichtigste Anwendung für das LOM-Verfahren findet sich im Bereich Rapid Prototyping. Die so erstellten Werkstücke dienen dabei als Basis für Konstruktionsbeurteilungen, für Ein- und Zusammenbauversuche oder auch als Anschauungsmodelle. Eine Anwendung für Funktionsteile kommt eher selten in Frage.

Für Folgeprozesse, wie etwa Vakuumgießen, eignen sich Bauteile aus LOM-Fertigung ebenfalls als Urmodell für Silikonwerkzeuge. Das gleiche gilt für Verwendungen als Tiefziehform, Negativform für Laminierarbeiten oder auch für das Gießen mit 2-K-Gießharzen, auch unter Atmosphären.

Da LOM-Bauteile für gewöhnlich eine signifikante Ähnlichkeit zu klassischen Holzmodellen aus dem Gießerei-Modellbau aufweisen, finden diese auch im Bereich Gießerei, insbesondere im Sandguss Verwendung. Auch als verlorener Kern im Schalenfeinguss findet die LOM-Technologie Verwendung.

Darüber hinaus finden LOM-Bauteile Verwendung als Prototypenwerkzeug im Spritzguss, ebenso wie als Formen für Wachsmodelle sowie für Kunststoff- und Hartschaumteile. Die Trennung erfolgt dabei im Fall Spritzguss durch direkte Determinierung. Im Fall Wachsmodelle, Kunststoff- und Hartschaumteile erfolgt die Trennung, indem die Formenhälften mit Trennmitteln bestrichen werden. Die anschließende Befüllung kann mit Polyurethan (PU), Epoxidharz oder flüssigem Wachs erfolgen.

Auch für das Gipsabguss-Verfahren können LOM-Bauteile eingesetzt werden, wobei die holzartige Struktur eine optimale Oberfläche ermöglicht.

Fazit zu Laminated Object Modeling

LOM findet in vielen Gebieten Anwendung, kann daher für verschiedene Bedürfnisse und Anforderungen eingesetzt werden. Generell wird LOM aber eher zur Erstellung einer Parallelfläche genutzt, mit welcher im Anschluss mit weiteren additiven Fertigungsverfahren das 3D Endprodukt hergestellt wird.

 

Gerne zeigen wir Ihnen, wie Sie sich optimal vorbereiten, wenn Sie ein 3D Modell konstruieren und drucken lassen möchten:

Vorbereitungen für das ideale 3D Druckergebnis

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