PolyJet-Druck: Was sind die Vor- & Nachteile?

Zu den Verfahren, deren Potenzial bislang längst nicht vollständig ausgeschöpft wurde, gehört
zweifellos der PolyJet-Druck. Bekannt auch als MultiJet-Modeling. Dieses 3D Druck-Verfahren ist zwar
längst noch nicht so stark verbreitet wie das Selektive Lasersintern, der FDM-Druck oder die
Stereolithografie, was sich allerdings schon bald ändern könnte.

Wir möchten Ihnen daher an dieser Stelle diese 3D Druck-Technologie, auch im Hinblick auf deren spezifische Vor- und Nachteile, ein wenig näher bringen.

Wie funktioniert PolyJet-Druck?

Beim PolyJet-Druck kommt ein Druckkopf mit mehreren Düsen zum Einsatz, um ein flüssiges,
lichtaushärtendes Polymer auf eine Plattform aufzutragen. Dort wird das noch flüssige Material
durch UV-Licht ausgehärtet, bevor die Plattform um die Dicke einer Schicht nach unten fährt. In
Abhängigkeit vom jeweiligen PolyJet-Drucker kann diese Schichtdicke zwischen 16 und 32 µm
betragen. Daran wird anschliessend die nächste, bereits ausgehärtete Schicht aufgetragen. Dieser
Vorgang wird solange wiederholt, bis das PolyJet-Modell vollständig aufgebaut ist. Sollte das Modell
überhängende Bestandteile haben, so werden diese während des Druckens mittels
Supportstrukturen abgestützt. In diesen Fällen ist es daher notwendig, diese Stützkonstruktionen
nach der Fertigung zu entfernen.

Der PolyJet-Druck gehört damit zu den UV-Licht-basierten additiven Verfahren.

Vorteile des PolyJet-Verfahrens

Ein wichtiger Vorzug des PolyJet-Drucks besteht darin, dass dieses Verfahren sehr glatte Oberflächen
hervorbringt. Dieser Umstand hängt damit zusammen, dass das Material in Tropfen durch die Düsen
aufgetragen wird, weshalb es vor dem Härtungsvorgang zerläuft.

Ein weiterer wichtiger Vorteil besteht darin, dass im PolyJet-Druck mit verschiedenen Materialien
und sogar in verschiedenen Farben gedruckt werden kann. Daraus folgt wiederum, dass dieses
Verfahren eine Vielzahl von Materialmischungen mit einer weiten Bandbreite an Eigenschaften
ermöglicht. Die Palette an möglichen Shore-Härten reicht dabei von A27 (sehr elastisch) bis zu A95
(sehr fest).

Darüber hinaus ermöglicht das PolyJet-Verfahren, Bauteile transluzent (= lichtdurchlässig) sowie
zugleich in verschiedenen Farbtönen zu drucken. Dabei sind sogar sehr dünne Wandstärken
und unter Umständen, wie bereits erwähnt, ultradünne Schichten möglich.

Nachteile des PolyJet-Drucks

Zu den Schwächen des PolyJet-Verfahrens gehört sicherlich die Erfahrung, dass die
Hitzebeständigkeit bei einigen der hierbei zum Einsatz kommenden Materialien nur sehr begrenzt
gegeben ist.

Auch die mit dieser Technologie verbundenen, vergleichsweise hohen Kosten dürften viele
potenzielle Nutzer abschrecken und die Konkurrenzfähigkeit dieses additiven Verfahrens gegenüber
FDM- oder SLS-Druck nicht eben verbessern.

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