Use Case: 3D Druck in der Automotive Branche

Zu den Bereichen, in denen die 3D Druck-Technologie bereits seit ihrer Erfindung (1983) die weiteste Verbreitung findet, gehört eindeutig die Automobil-Industrie. Wir möchten Ihnen deshalb heute einen konkreten Use Case aus dem Automotive-Bereich vorstellen.

Ford druckt individualisierte Felgenschlösser

Vor mehr als 100 Jahren (1908) war es der US-amerikanische Automobil-Hersteller Ford, der als erstes grösseres Unternehmen eine effiziente Serienfertigung einführte und somit die industrielle Produktion revolutionierte. Heute gehört Ford zu den Automotive-Unternehmen, welches den Übergang von der (seinerzeit revolutionären) Massenfertigung am Fliessband, hin zur individualisierten Fertigung nach Kundenwünschen mitbeschreiten. Genau für diesen Bedarf war die 3D Druck-Technologie ursprünglich entwickelt worden.

Ein Beispiel hierfür sind individualisierte Felgenschlösser, wie Ford sie seit gut einem Jahr fertigt. Auch aus diesem Anlass hatte der US-Autobauer im Dezember 2018 sein Advanced Manufacturing Center, mit 23 3D Druckern des bayerischen Herstellers EOS (aus Krailling, bei München), in Redford, Michigan vorgestellt.

Neben 3D Druck sind in Redford auch Robotik, Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) angesiedelt.

Neue Sicherheitsmassnahmen durch Digitalisierung von Nöten  

Der Hintergrund in diesem Fall besteht darin, dass die zunehmende Digitalisierung im Automobil-Bereich zu immer komplexeren Geräten und Netzwerken führt. Dadurch werden neue Sicherheitsmassnahmen notwendig, um Dieben und potenziellen Angreifern möglichst wenig Chancen zu bieten.

Spezielle Schaftgeometrie aus der Stimme des Besitzers

Der Vorteil individualisierter Felgenschlösser besteht nun darin, dass diese über eine spezielle Schaft-Geometrie verfügen. Diese macht es Unbefugten nahezu unmöglich, Reifen oder Felgen abzunehmen.

Über einen webbasierten Konfigurator werden die Felgen dabei individuell gestaltet. Als spezieller Diebstahl-Schutz wird dabei die Stimme des Autobesitzers aufgenommen und deren Schallkurve in eine spezielle Geometrie übertragen. Die so gewonnenen Daten, einschliesslich dieser speziellen Stimm-Geometrie, werden nun in 3D druckbare Dateien umgewandelt und am 3D Drucker gefertigt. Hierzu erhält der Autobesitzer nun einen individualisierten Schlüssel, um sein Felgenschloss zu öffnen. Da dieser Felgenschlüssel nur für ein einziges Auto passt wird die Sicherheit damit deutlich verbessert.

Felgendiebstahl oft wegen Materialwert interessant

Der Hintergrund der hierbei zugrunde liegenden Notwendigkeit besteht in der Erfahrung, dass Felgen aus sehr unterschiedlichen Gründen gestohlen werden. In manchen Fällen möchte der Dieb sie mitsamt dem zugehörigen Reifen entwenden. In anderen Fällen steht die Möglichkeit, das Aluminium-Material als Schrott zu verkaufen im Vordergrund. Daher nehmen die Diebe meist auch in Kauf, dass die Felgen beim Entwenden beschädigt werden.

Durch den Einsatz von 3D Druck verbindet sich nun das Bedürfnis nach Individualisierung mit bestmöglichen Sicherheitsstandards.

 

Ist 3D Druck auch etwas für Ihre Branche?

Gut möglich! Wann und warum es sich lohnen kann auf 3D Druck zu setzen, haben wir für sie in unserem Artikel zusammengefasst:

warum Sie auch in Ihrer Branche auf 3D Druck setzen sollten

Das könnte Sie auch interessieren

ALUMIDE – Die Hochzeit von Metall und Kunststoff

Als ein besonders spannendes Material für den 3D Druck möchten wir Ihnen he...

Mehr lesen

Use Case: 3D Druck und 3D Konstruktion im Anlagenb...

Auch heute möchten wir Ihnen wieder ein Anwendungsbeispiel von 3D Druck für...

Mehr lesen

Brauche ich einen eigenen 3D Drucker?

Nicht wenige unserer Kunden dürften sich gelegentlich die Frage stellen, ob...

Mehr lesen