Anforderungen an den 3D Druck in der Lebensmittelindustrie

Zweifellos gehört gerade auch die Lebensmittelindustrie zu denjenigen Branchen, in denen ein erhebliches Potenzial für den Einsatz von 3D Druck besteht. Im Hinblick auf die Bioverträglichkeit gilt es dabei jedoch, den besonderen Anforderungen dieses Einsatzgebiets Rechnung zu tragen. Wir haben für Sie daher die wichtigsten Punkte zusammengetragen, die es beim 3D Druck in der Lebensmittelindustrie zu beachten gibt.

Lebensmittelsicherheit - 3 wichtige Unterscheidungen

Zunächst gilt es, 3 wichtige Begriffe rund um die Lebensmittelsicherheit voneinander abzugrenzen.

  1. Lebensmittelqualität: Dieser Begriff meint, dass das Material entweder selbst zum menschlichen Verzehr geeignet ist oder aber mit Lebensmitteln in Kontakt kommen kann.
  2. Lebensmittelecht: Als lebensmittelecht bezeichnet man ein Produkt, welches in Sachen Lebensmittelqualität die für den angedachten Nutzungszweck geltenden Anforderungen erfüllt, somit also kein Lebensmittelrisiko darstellt.
  3. Lebensmittelkontaktoberflächen: Dieser Begriff bezeichnet alle Oberflächen, welche direkt mit Oberflächen in Berührung kommen können. Es liegt auf der Hand, dass für diese Oberflächen besondere Anforderungen bestehen. So müssen Lebensmittelkontaktoberflächen einerseits aus nicht-toxischen Materialien bestehen und dabei andererseits der Umgebung ihres angedachten Nutzungszwecks widerstehen. Dies meint zum Beispiel den Kontakt mit Reinigungsmitteln, Desinfektionsmitteln und Reinigungsverfahren.

Was bedeutet das für den 3D Druck?

Alle diese Begriffe der Lebensmittelsicherheit haben für den 3D Druck zur Folge, dass sichergestellt werden muss, dass beim Verzehr keine Partikel aufgenommen werden, die für den menschlichen Organismus giftig oder sonst in irgendeiner Weise schädlich sein könnten. So gilt es zu beachten, dass Partikel in einer Größenordnung von wenigen Nanometern bis zu mehreren Hundert Nanometern von einer Oberfläche auf eine andere übertragen werden. Diese Übertragung geschieht beispielsweise von den Komponenten eines 3D-Druckers auf einen 3D-gedruckten Gegenstand oder von diesem Gegenstand auf Lebensmittel.

Welche Gegenstände sind davon betroffen?

Je länger ein Gegenstand mit Lebensmitteln in Kontakt kommt, desto mehr Partikel werden auf das jeweilige Lebensmittel übertragen. Die Anforderungen für Lebensmittelsicherheit konzentrieren sich daher auf Gegenstände, welche für geraume Zeit mit Lebensmitteln in Berührung kommen. Dies sind insbesondere Behälter, Strohhalme, Küchenutensilien oder Lebensmittelformen.

Welche Punkte sind im 3D Druck für die Lebensmittelsicherheit zu beachten?

Vor allem sollten Sie darauf achten, lebensmittelechte 3D Druck-Materialien zu verwenden. Häufig sind diese entsprechend zertifiziert, was zugleich meist eine gewisse Sicherheit in Bezug auf behördliche Anforderungen mit sich bringt.

Zugleich gilt es, beim Druckvorgang auf lebensmittelechte Utensilien zu achten. Das heißt, dass auch alle Komponenten, welche mit dem 3D Druck-Material oder mit dem Druckmodell in Berührung kommen könnten über Lebensmittelqualität verfügen und frei von giftigen Chemikalien sein sollten.

Insbesondere für wiederverwertbare Küchenutensilien wäre es zudem ratsam, darauf zu achten, dass die Wärmeformbeständigkeitstemperatur des verwendeten 3D Druck-Materials hoch genug liegt, um eine Spülmaschinenreinigung zu ermöglichen. Auch über die Temperatur hinaus sollte das Material spülmaschinenfest sein.

Welche Normen regeln die Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit?

Verschiedene Prüfbehörden genehmigen teils unterschiedliche Substanzen, in Abhängigkeit von den jeweils behördlich festgelegten Risikotoleranzen. In der EU gelten dabei die Richtlinien 10/2011, in den USA die FDA CFR 21. In der Schweiz gelten die diesbezüglichen Regelungen der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung (LGV) SR 817.02.

Fazit zum 3D Druck in der Lebensmittelindustrie

3D Druck in der Lebensmittelindustrie bringt grosse Vorteile, weshalb das Potenzial immer mehr erkannt wird und der 3D Druck somit in dieser Branche immer mehr Einzug hält. Jedoch muss beim 3D Druck in der Lebensmittelindustrie einiges beachtet werden! So sollten zuvor alle wichtigen Aspekte für die Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit überprüft werden.


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